Was ich gerade schreibe? Teil 2 – Prosa Text

Photo by Iris Höhmann

Nachdem ich letzte Woche meinen Betrag hochgeladen hatte, ist mir aufgefallen, dass ich aktuell sogar noch ein drittes, kleineres Schreibprojekt habe, nämlich der Beitrag zu einem Wettbewerb. Das möchte ich an dieser Stelle gerne dazwischenschieben, bevor ich beim nächsten Mal etwas genauer auf meine zweite Erzählung, an der ich gerade schreibe, eingehe. In Immenhausen, nahe Kassel, wird einmal im Jahr der Heckethaler Literaturpreis veranstaltet und dieses Jahr möchte auch ich gerne einen Beitrag beisteuern. Was ich sehr reizvoll finde, ist der Umstand, dass hierbei ein Thema vorgegeben wird und dieses Jahr lautet es „Jubiläum“. Eine vorgegebene Zeichenzahl des Prosatextes gibt es verständlich Weise auch und das finde ich herausfordernd. Nach Vorgabe arbeite ich sonst ja nicht. Meiner Kreativität sind von außen keine Grenzen gesetzt, was auf der einen Seite wunderbar ist, auf der anderen Seite aber auch schon mal den Rahmen sprengen kann. Das war ja bei meinem letzten Beitrag das Thema, als ich darüber geschrieben hatte, dass selbst mir meine Charakterbeschreibungen zu ausufernd wurden. Nach einer Vorgabe zu arbeiten, kann demnach durchaus hilfreich sein.

Bevor ich angefangen habe, an dem Beitrag zu arbeiten, habe ich das Wort Jubiläum erst einmal nachgeschlagen. Ich muss nämlich zugeben, dass ich zwar grob weiß, was es bedeutet, es aber selbst kaum verwende. Ein Jubiläum kann unterm Strich auch einfach vieles bedeuten: menschliche Vereinigungen, wie etwa Hochzeiten, diverse Abschlüsse (Jodeldiplom), besondere Zusammenkünfte, die Gründung einer Stadt, der erste Genuss von Eis mit Plätzchenteigstücken und so weiter und so fort. Es stellte sich mir also die Frage danach, welches Jubiläum ich eigentlich beschreiben will, und vor allem, wie? Traurig, lustig, romantisch, spannend oder vielleicht gleich alles zusammen? Ich habe mich wie so oft, für eine Erzählung mit einem subtileren Humor entschieden. Eine liebevolle Ausgestaltung der Charaktere mit überspitzten Eigenschaften, die so manchen Leser zum Lachen bringen könnten. Somit wäre die Frage nach dem Wie geklärt, jedoch noch nicht nach dem Jubiläum als solches. Und ehrlich gesagt, bin ich an diesem Punkt leider immer noch nicht angekommen. Aber es ist ja auch noch Zeit bis zum Einsendeschluss. Außerdem kann ich innerhalb meiner Geschichte doch auch darauf hinarbeiten. Deshalb habe ich lieber erst einmal den Hauptcharakter entworfen. Das hat wieder richtig Spaß gemacht, denn dieses Mal ist es ein kauziger alter Mann, der seine Freizeit am liebsten mit meckern (oder auf nordhessisch: knärbeln) verbringt. Alte Grummelköpfe mag ich ja ausgesprochen gerne, so war einer meiner Kindheitshelden Moppi vom Sandmann. Grummeklköpfe, die eigentlich ein goldenes Herz haben, es aber zu selten zeigen, weil sie glauben, dass es keinen interessiert. Grummelköpfe, die ungewollt witzig sind, weil man sie in ihrem Missmut nicht so hundertprozentig ernstnehmen kann, da bei genauerem Hinschauen klar wird, dass auch sie gemocht werden wollen. Sonst würden sie ja nicht meckern.

Ich habe meinen Text also damit begonnen, dass der alte Grummelkopf von ein paar Freunden eine Einladung zu einem Jubiläum erhält und jetzt fragt er sich angestrengt, um was es dabei gehen könnte, da ihm ums Verrecken nicht einfallen will, was ihn mit diesen Freunden verbinden könnte, das man mit einem Jubiläum begehen könnte.

Somit ist der Anfang des Textes gemacht. Mal schauen, für welches Jubiläum ich mich entscheiden werde und natürlich, ob der alte Knärbler überhaupt hingehen wird.     

Was ich gerade schreibe? Teil 1 – Projekte, Projekte, Projekte

Ehrlich gesagt, habe ich zurzeit sogar zwei Projekte. Das erste ist bereits in seiner Rohfassung fertig. Aber wie gesagt, es ist wirklich noch sehr roh und ist so gar nicht im Stil von George.

Ich habe dieses Projekt zeitweise mit dem Arbeitstitel „Parallelen“ oder mit dem Titel „Zwei“ versehen, denn es geht um zwei Menschen, deren Leben zunächst völlig konträr verlaufen. Dennoch haben sie äußerst viel gemeinsam. Gemeinsam haben Sie, wie sie denken, fühlen, wo sie leben – natürlich in London – und ihre Arbeitsweise. Konträr ist, wie sie aufgewachsen sind, ihr Geschlecht und die Herangehensweise zur Verfolgung ihres übergeordneten Ziels.  Sie haben einen recht ähnlichen Plan: von ihrer Kunst leben zu können. Dorian möchte mit seiner Musik groß rauskommen und Olli möchte nichts lieber als Schriftstellerin sein. Während Dorian das Erreichen seines Ziels bereits in jungem Alter angeht – er bricht dafür sogar die Schule ab – verliert die Protagonistin auf der anderen Seite ihr Ziel für eine ganze Weile aus den Augen. Der Grund hierfür ist bei beiden ihr Umfeld. Es wird deutlich, dass das Umfeld eines Menschen für meine Geschichten entscheidend ist, denn so ist es im wahren Leben meist auch. Aber natürlich entscheidet nicht das Umfeld allein, denn unser Wesen, unsere grundlegenden Charaktereigenschaften haben ebenfalls einen wichtigen Einfluss darauf, was wir daraus machen.

Warum ich das Manuskript als sehr roh bezeichne? Nun ja, ich habe mich an vielen Stellen in meinen Charakterbeschreibungen ein wenig verloren. So sehr, dass es sogar mir zu viel wird. Ich möchte eine Geschichte davon erzählen, wie ähnlich sich zwei Personen sein können, die es auf den ersten Blick so gar nicht sind. Es soll eine Geschichte darüber sein, wie verbunden wir alle miteinander sind, auch wenn wir das niemals für möglich gehalten haben hätten.

Aber ich werde dieses Buch noch einmal gründlich überarbeiten, Stellen kürzen, andere ausbauen und neue Elemente hinzufügen. Dann ist da noch die Frage nach dem Ende. Happy End oder lieber nicht? Wie wäre es mit einem offenen Ende oder nicht?

Worum es in meinem zweiten Projekt geht, wird Inhalt meines nächsten Eintrags sein.