Wie „George“ entstanden ist

„George“ ist eine Geschichte, in welcher der Protagonist ein Mann ist, der geplagt durch massive Albträume nachts durch die Straßen Londons streift. Wie bin ich dazu gekommen, eine Erzählung größtenteils aus der Perspektive eines männlichen Protagonisten zu schreiben, wo ich doch selbst eine Frau bin? Nun ja, da ich selbst fast ausschließlich Bücher, verfasst von männlichen Autoren, lese – es hat sich einfach immer so ergeben – war es für mich irgendwie ganz natürlich, einen Mann diese Geschichte erleben zu lassen. Ich hoffe, beim Lesen all dieser Romane genug über die männliche Denkweise, Psyche und Gefühlswelt gelernt zu haben, sodass George authentisch genug ist. Inspiration für George Aussehen und den Umstand, dass er eine fünfjährige Tochter hat, war eine Situation, die ich erlebt habe. Eine sehr kurze tatsächlich. Dennoch hat sie mich sofort gefesselt und die Idee zur Handlung so richtig in Schwung gebracht. Ich saß ganz früh morgens in der Straßenbahn. Sie hielt an der Haltestelle Bebelplatz und als ich aus dem Fenster schaue, erblicke ich ein Bild der absoluten Friedlichkeit und Glückseligkeit. Auf der Bank neben der Haltestelle sitzt ein Mann mit seiner kleinen Tochter auf dem Schoß. Woher die Friedlichkeit und Glückseligkeit? Die Tochter saß eng geschmiegt an ihren Vater, welcher widerum seinen Kopf auf ihren gelegt hatte. Beide haben ihre Augen geschlossen, als würden sie friedlich schlafen. Neben dem Mädchen steht ihr kleiner Dora The Explorer-Rucksack auf der Bank. Wie die beiden aussehen? Lest es in meinem Buch nach! Wie dem auch sei, dieses Bild ließ mich auf eine wunderbare Art nicht mehr los und so war die Hauptfigur samt seinem kleinen Mini-me erschaffen. Das Aussehen des Vaters auf der Bank, seine gemütliche, bärige Ausstrahlung erweckten in mir die Vorstellung oder vielmehr die Frage danach, wie er Dinge des alltäglichen Lebens – Kochen, Erziehung seiner Tochter, Hobbies, Umgang mit Liebe und Sexualität – händelt und sie empfindet. Wie er auf andere Menschen wirkt. Wie sie mit ihm umgehen aufgrund seiner Ausstrahlung. Ob sie ihn missverstehen, eventuell abstempeln, als jemanden sehen, der er vielleicht gar nicht ist und was tatsächlich in ihm vorgeht. All diese Dinge schossen mir in diesem Moment durch den Kopf.

Warum der Umstand, dass George fast vollständig ohne Vater aufgewachsen ist? Am meisten prägt uns unsere Kindheit. Georges Kindheit hat ihn nun einmal zu dem Mann werden lassen, der er ist. Ohne diese Kindheit und seine daraus resultierte Entwicklung wäre er höchstwahrscheinlich anders mit seinen Albträumen umgegangen, wäre er nachts nicht schlaflos durch die Straßen gelaufen, wäre er offener und mutiger im Umgang mit Frauen. „George“ wäre eine völlig andere Geschichte geworden.

Warum die Albträume? Nun ja, dies ist das einzige Detail der Handlung, welches ein persönlicher Teil von mir ist. Ich habe sie alle selbst geträumt. Und wie schon erwähnt: wenn man Dinge niederschreibt, lassen sie einen in Ruhe.

Warum der Handlungsstrang mit Dr. Manville? Zunächst einmal ist die Psychologie bei detailierten Charakterbeschreibungen meiner Meinung nach einfach wichtig. Zum zweiten ist es … nun ja … ich will nicht zu viel schreiben. Für den Fall, dass dies hier jemand liest, der „George“ noch nicht gelesen hat, es aber noch vor hat, wünsche ich viel Spaß dabei!

Veröffentlicht von martinarwrites

Indieautorin, die ihre Erfahrungen teilt

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